VideoLab

Videoproduktion · Staatliche Berufsschule 1 Kempten
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Videoproduktion

Von Fernsehtechnik über Kamera, Bildgestaltung, Licht und Ton bis zum fertigen Schnitt.

Verstehen
📺
Modul 01
Fernsehtechnik

Interlace und Progressive, Fernsehnormen, DVB, HDTV/UHDTV sowie Seitenverhältnis und Letterbox.

Theorie · Tabelle
📷
Modul 02
Kamera & Perspektive

Weißabgleich, Autofokus versus manueller Fokus und die Wirkung von Vogel- und Froschperspektive.

Theorie
🎬
Modul 03
Bildgestaltung

Einstellungsgrößen von der Totalen bis zum Detail, Einstellungslänge, Handlungsachse und Achsensprung.

Theorie · Tabelle
🎥
Modul 04
Kamerabewegung

Schwenk, Kamerafahrt und Zoomfahrt – und warum eine Zoomfahrt keine echte Kamerafahrt ist.

Theorie · Tabelle
💡
Modul 05
Licht

Available Light im Freien und die Drei-Punkt-Ausleuchtung mit Führungslicht, Aufhellung und Gegenlicht.

Theorie
🎙️
Modul 06
Ton

O-Ton, Atmo und Musik, dazu Kamera-, Richt- und Lavaliermikrofon im Vergleich.

Theorie
✂️
Modul 07
Schnitt & Montage

Timecode, harter Schnitt versus Überblendung sowie zeitlicher, räumlicher und logischer Anschluss.

Theorie · Tabelle
Spielen und üben
🗂️
Modul 08
Szenen-Sortierer

Eine Filmsituation wird beschrieben – ordne das passende Gestaltungsmittel zu.

Spiel · Zuordnen
🃏
Modul 09
Begriffe-Memory

Fachbegriff und Erklärung paaren. Wer wenige Züge braucht, hat die Begriffe sicher im Kopf.

Spiel · 3 Stufen
Modul 10
Begriffs-Blitz

Ein Merkmal erscheint, du tippst den passenden Fachbegriff – gegen die Uhr, mit Serienbonus.

Spiel · 60 Sekunden
🧮
Modul 11
Rechen-Trainer

Timecode in Einzelbilder umrechnen, Seitenverhältnisse berechnen, die Dauer eines Frames bestimmen und die Größe einer unkomprimierten Videodatei berechnen.

Zufallsaufgaben · Serie
📺 Fernsehtechnik

Interlace oder Progressive?

Damit ein Fernsehbild flimmerfrei wirkt, müssten eigentlich 50 Vollbilder pro Sekunde übertragen werden. Analoges Fernsehen überträgt stattdessen nur 50 Halbbilder – abwechselnd die ungeraden und die geraden Bildzeilen. Durch die Trägheit des Auges und das Nachleuchten wirkt das wie 50 Bilder pro Sekunde, tatsächlich sind es nur 25 echte Vollbilder. Abkürzung: 50i (i = interlaced). Computermonitore arbeiten dagegen immer mit echten Vollbildern (progressive, p) – 25p sind 25 echte Vollbilder pro Sekunde.

Halbbild + Halbbild = Vollbild
Halbbild 1 ungerade Zeilen + Halbbild 2 gerade Zeilen = Vollbild alle Zeilen

Interlaced: Zwei Halbbilder mit je der Hälfte der Zeilen werden nacheinander übertragen und ergeben zusammen ein Vollbild. Progressive: Jedes Bild wird von Anfang an vollständig übertragen.

Norm
Format
Verbreitung
NTSC
525/60i
USA, Kanada (seit 1953)
PAL
625/50i
Westeuropa außer Frankreich (seit 1962)
PALplus
625/50i, 16:9
Weiterentwicklung von PAL (seit 1995)
SECAM
625/50i
Frankreich (seit 1957), ähnlich PAL

Digitales Fernsehen (DVB)

In Deutschland ist das analoge Fernsehen Geschichte: Satellitenempfang wurde 2012 abgeschaltet, Kabelfernsehen folgte 2017. Seither läuft alles über DVB (Digital Video Broadcasting): DVB-C(2) für Cable (Kabel), DVB-S(2) für Satellite (Parabolantenne). Beim terrestrischen Empfang über Antenne gibt es die ältere Norm DVB-T inzwischen gar nicht mehr: Sie wurde in Deutschland bis 2019 flächendeckend durch DVB-T2 HD ersetzt, das eine deutlich höhere Bildqualität bietet, für private Sender aber meist eine kostenpflichtige Freischaltung (z. B. freenet TV) benötigt.

Daneben gewinnt der Empfang über Streaming und IPTV (z. B. Zattoo, waipu.tv, Netflix, Disney+) stetig an Bedeutung und ist für viele Haushalte heute ein mindestens gleichwertiger Zugangsweg zu Bewegtbildinhalten wie der klassische Rundfunkempfang über Antenne, Kabel oder Satellit.

HDTV und UHDTV

HDTV erhöht die Zeilenzahl auf 720 (HD) bzw. 1.080 (Full HD) und stellt auf das Bildformat 16:9 um. UHDTV geht noch weiter: UHD-1 (4K) verdoppelt Full HD auf 2.160 Zeilen, UHD-2 (8K) vervierfacht Full HD auf 4.320 Zeilen. Schon bei 4K ist die zu übertragende Datenmenge riesig – ein Grund, warum effiziente Videokompression so wichtig ist.

Seitenverhältnis (Aspect Ratio)

4:3 entspricht 1,33:1 und war lange Zeit bei PAL und NTSC Standard. 16:9 entspricht 1,78:1 und kommt dem menschlichen Sehfeld deutlich näher – horizontal sehen wir fast 180°, vertikal dagegen nur etwa 30°. Im Kino sind die Formate noch breiter: europäisch 1,66:1, amerikanisch 1,85:1, und im CinemaScope-Format sogar 2,35:1 (umgerechnet etwa 21:9).

Seitenverhältnisse im Vergleich

Alle Rechtecke haben die gleiche Höhe – so lässt sich direkt vergleichen, wie viel breiter die einzelnen Formate sind. Format anklicken zum Ein-/Ausblenden.

Kinofilm auf dem 16:9-Fernseher

Letterbox: Das CinemaScope-Bild wird in voller Breite und ohne Verzerrung gezeigt, oben und unten bleiben schwarze Balken – die Bildfläche wird nicht voll genutzt.

Pan & Scan: Das Bild wird vergrößert, bis es in der Höhe passt – links und rechts wird dabei zwangsläufig etwas abgeschnitten, was wichtige Bildinhalte kosten kann.

Ein 21:9-Fernseher zeigt CinemaScope perfekt, ist aber für alle schmaleren Formate zu breit und braucht dort seinerseits Balken oder Beschnitt.

Letterbox vs. Pan & Scan
Grün = Letterbox
16:9-Rahmen, an die volle Bildbreite angepasst – oben/unten entstehen Balken, kein Bildinhalt geht verloren.
Rot = Pan & Scan
16:9-Ausschnitt, an die volle Bildhöhe angepasst – links und rechts wird beschnitten.
📷 Kamera & Perspektive

Weißabgleich

Die Farbtemperatur des Lichts ändert sich je nach Lichtquelle und Tageszeit – ohne Korrektur wirken Aufnahmen zu warm (orange) oder zu kalt (blau). Klassisches Verfahren mit einer Graukarte: die Karte an die spätere Motivposition halten, formatfüllend fotografieren, den Weißabgleich auf „Manuell/Custom“ stellen und das eben erstellte Foto als Referenz auswählen. Bei Außenaufnahmen sollte der Weißabgleich im Tagesverlauf wiederholt werden, da sich das Licht ständig ändert.

Autofokus oder manueller Fokus?

Der klassische Autofokus misst per Sensor den Abstand zum Hauptmotiv in der Bildmitte und stellt automatisch scharf. Das wird zum Problem, wenn sich das Motiv nicht in der Bildmitte befindet oder die Kamera bewegt wird: Der Autofokus regelt dann ständig nach, was in der Aufnahme sichtbar wird. Lösung: die Schärfe vor der Aufnahme per Autofokus einstellen und danach auf manuellen Fokus umschalten – solange sich der Abstand zum Motiv nicht ändert, bleibt die Schärfe erhalten.

Moderne Kameras und Smartphones nutzen heute meist einen Gesichts- oder Motiv-Tracking-Autofokus, der ein erkanntes Motiv automatisch verfolgt statt starr auf die Bildmitte zu messen – das entschärft das Problem in vielen Alltagssituationen, ersetzt den manuellen Fokus für anspruchsvolle Aufnahmen aber nicht vollständig.

Eine bewusste Schärfeverlagerung während der Aufnahme lässt sich auch gezielt als Gestaltungsmittel einsetzen, um den Blick des Betrachters zu lenken.

Kameraperspektive

Die senkrechte Position der Kamera im Vergleich zum Motiv beeinflusst dessen Wirkung deutlich:

Normalperspektive: Kamera auf Augenhöhe – wirkt natürlich und neutral.
Vogelperspektive: Kamera deutlich über dem Motiv – das Motiv wirkt klein und hilflos. Typischer Anfängerfehler: Kinder oder kleine Tiere nicht aus der Hocke, sondern von oben zu filmen.
Froschperspektive: Kamera von unten nach oben gerichtet – das Motiv wirkt groß und (über)mächtig.

Kameraperspektive im Seitenprofil
Normal natürlich, neutral Vogelperspektive klein, hilflos Froschperspektive groß, übermächtig

Das kleine Rechteck markiert jeweils die Kameraposition, die gestrichelte Linie den Blickwinkel zum Motiv.

🎬 Bildgestaltung

Was ist eine Einstellung?

Die Einstellung (shot) ist die kleinste Einheit eines Films: eine nicht unterbrochene Aufnahme. Der Name stammt aus der Stummfilmzeit, als die Kameraeinstellung während einer Szene nicht verändert wurde – heute ist die Kamerabewegung auch innerhalb einer ununterbrochen gefilmten Einstellung üblich. Mehrere Einstellungen werden im Schnitt zu einer Szene zusammengefügt.

Einstellungsgrößen

Die Einstellungsgröße beschreibt zueinander in Beziehung stehende Bildausschnitte, vom Überblick bis ins Detail:

Einstellung
Wirkung
Totale
bietet Überblick und Orientierung, führt in die Thematik ein
Halbtotale
zeigt einen beschränkten Ausschnitt, lenkt den Blick auf das Motiv
Amerikanische
vom Knie aufwärts, benannt nach Western-Duellszenen
Halbnah
zeigt erste Details, z. B. die obere Körperhälfte
Nah
weitere Details, Überblick und Einordnung gehen verloren
Groß
Kamera dicht am Objekt, kein Ausweichen mehr möglich
Detail
zeigt nur einen kleinen, aber wichtigen Teil des Motivs
Einstellungsgrößen an der Figur

Einstellungslänge

Es gibt keine feste Regel – als Richtwert gilt die Zeit, die man braucht, um das Bild verbal zu beschreiben. Die Länge hängt vom Informationsgehalt des Motivs ab, eine Totale braucht deshalb meist mehr Zeit als eine Detailaufnahme. Lange Einstellungen wirken ruhig oder auch langweilig, kurze Einstellungen erzeugen Spannung oder Hektik.

Handlungsachse und Achsensprung

Die Handlungsachse ist eine gedachte Linie, an der sich Handlung oder Blickrichtung orientieren. Die Kamera muss sich während einer Szene immer auf derselben Seite dieser Achse befinden. Wird sie unmotiviert überquert, entsteht ein Achsensprung: Bewegungsrichtungen scheinen sich plötzlich umzukehren, was der Zuschauer nicht nachvollziehen kann.

Handlungsachse von oben betrachtet
Handlungsachse A B Kamera 1 Kamera 2 ✗ Achsensprung! erlaubte Seite Seite gewechselt

Kamera 1 und Kamera 2 filmen Schuss und Gegenschuss von derselben Seite der Achse aus – das ist erlaubt. Springt die Kamera unmotiviert auf die andere Seite, wirken Blickrichtungen und Bewegungen plötzlich vertauscht.

Schuss und Gegenschuss

Beim Filmen von Dialogen wechseln Standort und Blickrichtung der Kamera zwischen den beiden Gesprächspartnern – entweder mit zwei Kameras gleichzeitig oder indem eine Kamera die Szene zweimal filmt. Damit dabei kein Achsensprung entsteht, müssen beide Kamerapositionen auf derselben Seite der Handlungsachse bleiben.

🎥 Kamerabewegung

Schwenk

Beim Schwenk dreht sich die Kamera um die horizontale oder vertikale Achse, ihre Position bleibt dabei gleich. Gleichmäßige, ruckfreie Schwenks gelingen nur mit Stativ. Faustregel: mit Überhang schwenken – die Einstellung vor und nach dem Schwenk noch drei bis fünf Sekunden stehen lassen, das gibt beim Schnitt mehr Spielraum.

Schwenkart
Wirkung
Langsamer Schwenk
wirkt wie eine erweiterte Totale, gibt Überblick
Schneller Schwenk
verbindet zwei Einstellungen räumlich, Anfangs- und Schlussbild zählen
Reißschwenk
so schnell, dass nichts zu erkennen ist, wirkt wie eine Überblendung
Geführter Schwenk
folgt der Bewegung einer Person oder eines Gegenstands

Kamerafahrt

Im Unterschied zum Schwenk verändert die Kamera bei der Kamerafahrt ihre Position – Perspektive und Bildausschnitt ändern sich mit. Für ruckfreie professionelle Fahrten kommt ein Kamerawagen (Dolly) auf Schienen zum Einsatz, für langsame Bewegungen eignet sich eine Steadicam, mit der die bewegte Kamera ruhig gehalten werden kann. Als günstigere und heute weit verbreitete Alternative dazu haben sich motorisierte 3-Achsen-Gimbals (z. B. DJI Ronin) etabliert, die eine Kamera oder ein Smartphone elektronisch stabilisieren und für Schüler ohne professionelles Equipment gut zugänglich sind.

Zoomfahrt

Bei der Zoomfahrt bleibt die Kamera in Ruhe – nur die Brennweite ändert sich. Der Kamerastandpunkt und damit der Abstand zum Motiv bleiben unverändert. Das ist der entscheidende Unterschied zur echten Kamerafahrt! Durch das Zoomen verändern sich nicht nur der Bildausschnitt, sondern auch Bildwinkel und Schärfentiefe. Die Zufahrt (von der Totalen zur Nahaufnahme) bewirkt Zuwendung, die Rückfahrt führt vom Besonderen zum Allgemeinen.

Schwenk, Kamerafahrt und Zoom im Vergleich
Schwenk Position bleibt, Kamera dreht sich Kamerafahrt Position ändert sich, Perspektive mit Zoom Position bleibt, Brennweite ändert sich

Nur bei der Kamerafahrt ändert sich der Standpunkt der Kamera – bei Schwenk und Zoom bleibt er gleich.

💡 Licht

Available Light

Bei Außenaufnahmen muss man meist mit dem vorhandenen Licht (Available Light) auskommen – es hängt von Tages- und Jahreszeit sowie Wetter ab und ist deshalb schlecht planbar. Wichtigstes Hilfsmittel sind Reflektoren: Sie reflektieren einen Teil des vorhandenen Lichts und erzeugen ein diffuses, weiches Licht ohne harte Schatten. Je nach Folie wirkt das reflektierte Licht unterschiedlich: Silber liefert eine neutrale, kontrastreiche Aufhellung, Gold färbt das Licht warm ein (z. B. für Sonnenuntergangsstimmung), Weiß erzeugt die sanfteste, unauffälligste Aufhellung.

Regeln für Außenaufnahmen

Ein leicht bewölkter Tag bietet ideale Lichtverhältnisse. Die Mittagssonne sollte vermieden werden, da sie harte, senkrechte Schatten wirft – besser sind die Morgen- oder Abendstunden, dabei aber Gegenlicht meiden (außer als bewusstes Stilmittel). Da sich die Farbtemperatur im Tagesverlauf ändert, sollte der Weißabgleich von Zeit zu Zeit wiederholt werden.

Drei-Punkt-Ausleuchtung

Der Standardaufbau zur Beleuchtung von Personen in Innenräumen nutzt drei Leuchten auf Stativen – ideal sind LED-Panels, da sie wenig Strom brauchen, nicht warm werden und lange halten.

Führungslicht (Key Light): die stärkste Lichtquelle, seitlich schräg oberhalb der Kamera – erzeugt einen realistischen Schattenwurf wie bei einer Deckenbeleuchtung.
Aufhellung (Fill Light): eine schwächere zweite Leuchte im 90°-Winkel zum Führungslicht, reduziert Schatten im Gesicht. Alternative: ein Reflektor.
Gegenlicht (Back Light): von hinten oben, erhöht den Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrund und gibt dem Bild mehr Tiefe und Plastizität.

Drei-Punkt-Ausleuchtung von oben
Motiv Kamera Key Fill Back

Lichter einzeln ein-/ausblenden, um ihre jeweilige Wirkung zu vergleichen. Führungslicht (stärkste Quelle, seitlich) und Aufhellung (schwächer, 90° dazu) stehen sich gegenüber, das Gegenlicht kommt von hinten.

Gegenlicht als Stilmittel

Im Freien sorgt Gegenlicht für eine romantische Stimmung – die Personen im Vordergrund bleiben dabei silhouettenhaft im Dunkeln, während der Hintergrund leuchtet.

🎙️ Ton

O-Ton, Atmo und Musik

O-Ton (Originalton) wird direkt am Filmset aufgenommen – das können Sprachaufnahmen oder Umgebungsgeräusche sein. Reine Umgebungsgeräusche nennt man Atmo (Atmosphäre): Bei einem Interview in der Fußgängerzone erwartet der Betrachter unbewusst typische Geräusche wie Schritte oder Gespräche. Damit die Atmo das Interview nicht stört, wird sie meist mit einem separaten Mikrofon aufgenommen und später in einer eigenen Spur abgemischt.

Musik erzeugt Stimmungen – fröhlich oder traurig, ruhig oder hektisch. Für die Verwendung von Musik müssen die Rechte eingeholt bzw. eingekauft werden, zuständig hierfür ist in Deutschland die GEMA.

Mikrofontechnik

Das in jede Kamera eingebaute Mikrofon zeichnet zwar automatisch mit auf, nimmt bei größerer Entfernung zum Motiv aber zu viele Nebengeräusche aus der Umgebung auf – der Ton passt dann nicht mehr zum Bild. Abhilfe schafft ein externes Richtmikrofon, entweder mit einer Tonangel nah über den Akteuren gehalten oder als ansteckbares Lavaliermikrofon direkt an der Person befestigt.

Mikrofonabstand und Tonqualität
Kamera-Mikro ~2–3 m Tonangel ~30–50 cm Lavalier direkt am Körper

Die Balken zeigen die erreichbare Tonqualität: Je näher das Mikrofon am Motiv, desto weniger Nebengeräusche werden mit aufgenommen.

✂️ Schnitt & Montage

Timecode (SMPTE)

Um die Synchronisation verschiedener Video- und Audiospuren zu ermöglichen, wird jedem einzelnen Bild eine exakte Zeit zugeordnet – der SMPTE-Timecode im Format Stunden:Minuten:Sekunden:Bild, zum Beispiel 00:01:08:17. Bei 25 Vollbildern pro Sekunde dauert ein Einzelbild 1/25 Sekunde, also 40 Millisekunden – die kleinste Zeiteinheit eines Videos.

Timecode als Bildfolge
…:14 …:15 …:16 00:01:08:17 …:18 …:19

Jedes einzelne Bild bekommt einen eigenen Timecode – hier die Bildfolge rund um 00:01:08:17 bei 25 Vollbildern pro Sekunde (40 ms pro Bild).

Harter Schnitt oder Überblendung?

In 99 % aller Schnitte ist der harte, übergangslose Schnitt die richtige Wahl. Eine Überblendung – ein weicher Übergang, bei dem ein Clip aus- und der nächste eingeblendet wird – ist dann sinnvoll, wenn auch die Story (gedanklich) unterbrochen werden soll, etwa bei einem Zeitsprung, einem Ortswechsel oder dem Abblenden auf Schwarz am Filmende.

Harter Schnitt vs. Überblendung – zum Ausprobieren
CLIP A Szene 1 CLIP B Szene 2
Clip AHarter Schnitt (0 %)Clip B

Den Regler langsam bewegen, um eine Überblendung zu simulieren – oder den Knopf drücken, um zu sehen, wie abrupt im Vergleich dazu ein harter Schnitt wirkt.

Anschlussart
Bedeutung
Zeitlicher Anschluss
zu lange Vorgänge werden gekürzt – dafür rechtzeitig einen Zwischenschnitt einplanen, sonst entsteht ein sichtbarer Jump Cut
Räumlicher Anschluss
ein Ortswechsel muss für den Zuschauer nachvollziehbar bleiben
Logischer Anschluss
keine inhaltlichen Widersprüche wie plötzlich geheilte Verletzungen oder falsche Tageszeiten

Anschlussfehler

Für Hohn und Spott sorgen Anschlussfehler, die auch im professionellen Bereich immer wieder vorkommen – zum Beispiel wechselnde Kleidung, andere Frisuren oder fehlende bzw. plötzlich auftauchende Requisiten.

🗂️ Szenen-Sortierer

Welches Gestaltungsmittel passt?

Eine Filmsituation wird beschrieben – ordne das passende Gestaltungsmittel aus Kamera, Bild, Licht oder Schnitt zu.

🃏 Begriffe-Memory

Fachbegriff und Erklärung paaren

Decke zwei Karten auf. Passen Begriff und Erklärung zusammen, bleiben sie offen. Je weniger Züge du brauchst, desto sicherer sitzen die Begriffe.

⚡ Begriffs-Blitz

60 Sekunden, so viele wie möglich

Es erscheint ein Merkmal – tippe den passenden Fachbegriff. Jede richtige Antwort bringt Punkte, eine Serie bringt mehr. Bei einem Fehler fällt die Serie auf null.

🧮 Rechen-Trainer

Timecode, Seitenverhältnis, Framedauer und Dateigröße

Vier kurze Formeln reichen aus:

Gesamtbilder = (Std.×3600 + Min.×60 + Sek.) × fps + Einzelbild
Höhe = Breite : Seitenverhältnis
Framedauer (ms) = 1000 : fps
Videodateigröße = Breite × Höhe × Bittiefe : 8 × Framerate × Spieldauer
Aufgabenart
Serie
0
Bestserie
0