ProfilLab

Colormanagement · Staatliche Berufsschule 1 Kempten
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Colormanagement

ICC-Profile, Rendering Intents und Binding-Workflows verstehen – dazu Farbauftrag, PSO-Kennwerte und viele Fachbegriffe im Training.

Verstehen
🖥️
Modul 01
CM-Grundlagen

Ziel und Grenzen des Colormanagements, PCS, Kalibrierung vs. Profilierung, ICC-Profiltypen.

Theorie
🔗
Modul 02
Profil-Explorer

Profiltypen anklicken und die drei Binding-Workflows Schritt für Schritt erkunden.

Interaktiv
Spielen und üben
🃏
Modul 03
CM-Begriffe-Memory

Rendering Intents und zentrale CM-Begriffe ihrer Beschreibung zuordnen.

Spiel · 3 Stufen
🖤
Modul 04
Bunt- und Unbuntaufbau

Grauanteil und Schwarzaufbau, GCR, UCR und UCA – Farbauszüge erkennen und Aussagen dazu richtig bewerten.

Erklärung + Übungen
📋
Modul 05
PSO-Kennwerte

Monitor-Kalibrierung, Normlicht und maximaler Farbauftrag – triff den richtigen Wert.

Spiel · Zuordnen
🔀
Modul 06
Workflow-Sortierer

Early, Intermediate oder Late Binding? Ordne Praxisbeispiele dem richtigen Workflow zu.

Spiel · Zuordnen
🗃️
Modul 07
Profilklassen & Konvertierung

Die fünf ICC-Profilklassen mit ihren Kürzeln – und warum DeviceLink anders konvertiert als ein Ausgabeprofil.

Erklärung + Übungen
Modul 08
Fachbegriffe-Blitz

60 Sekunden, Definition erscheint – du triffst den passenden Fachbegriff. Über 35 Begriffe aus allen Modulen, mit Serienbonus.

Spiel · 60 Sekunden
🖥️ CM-Grundlagen

Ziel und Grenzen

Colormanagement soll erreichen, dass eine Farbe auf Monitor, Proof und Druckmaschine möglichst gleich aussieht – obwohl jedes Gerät Farbe technisch anders erzeugt (Licht am Monitor, Farbauftrag im Druck). Die Grenze: Kein Colormanagement kann Farben darstellen, die ein Gerät physikalisch nicht erzeugen kann – es kann Farbräume nur so gut wie möglich aufeinander abbilden.

PCS – Profile Connection Space

Damit Profile verschiedenster Geräte miteinander „sprechen" können, braucht es einen neutralen Bezugsraum: den PCS, meist der geräteunabhängige CIE-Lab-Farbraum. Jedes ICC-Profil beschreibt, wie die Gerätewerte (z. B. RGB oder CMYK) in diesen Bezugsraum umgerechnet werden – und zurück.

Kalibrierung ist nicht Profilierung

Kalibrierung versetzt ein Gerät in einen definierten, reproduzierbaren Zustand (z. B. Monitor auf Gamma 2,2, Weißpunkt D50, Leuchtdichte mind. 80 cd/m², bevorzugt 160 cd/m² einstellen – nach ISO 12646 für den kritischen Softproof-Vergleich mit dem Andruck). Erst danach folgt die Profilierung: Das tatsächliche Farbverhalten des kalibrierten Geräts wird vermessen und in einem ICC-Profil beschrieben. Ohne vorherige Kalibrierung beschreibt das Profil nur eine Momentaufnahme, die schnell wieder veraltet.

Input
Beschreibt ein Eingabegerät wie Scanner oder Kamera – wie dessen Gerätewerte in den PCS überführt werden.
Display
Beschreibt den kalibrierten Monitor – Grundlage für die Bildschirmanzeige und den Softproof.
Output
Beschreibt Drucker oder Druckmaschine samt Papier, Farbauftrag und Rasterung.
DeviceLink
Verknüpft zwei Geräte direkt miteinander, etwa CMYK nach CMYK, ohne Umweg über den PCS.

CMM – die Rechenengine

Das Color Management Module ist die Software-Komponente, die die eigentliche Farbtransformation zwischen zwei Profilen berechnet – meist im Betriebssystem oder in der Bildbearbeitung integriert.

Ausblick: Wide-Gamut, HDR & Co.

Neuere Bildschirme und Ausgabeprozesse arbeiten mit größeren Farbräumen als das klassische sRGB – Stichworte sind Wide-Gamut, Display-P3, HDR und im Filmbereich ACES. Das Grundprinzip des Colormanagements bleibt dabei gleich: geräteunabhängiger Bezugsraum, Profile, Rendering Intent.

🔗 Profil-Explorer

Profiltypen

Klicke die vier ICC-Profiltypen an, um ihre Aufgabe zu sehen.

Klicke auf einen Profiltyp.

Wann wird konvertiert? Die drei Binding-Workflows

Der Zeitpunkt, zu dem Bilddaten endgültig in den Ziel-Farbraum umgewandelt werden, unterscheidet sich je nach Workflow. Klicke dich durch.

Klicke auf einen Workflow.
🃏 CM-Begriffe-Memory

Begriff und Beschreibung paaren

Decke zwei Karten auf. Passen Begriff und Beschreibung zusammen, bleiben sie offen.

🖤 Bunt- und Unbuntaufbau

Zwei Wege zum selben Farbeindruck

Dieselbe Farbe lässt sich in CMYK auf verschiedene Arten aufbauen – mit viel Buntfarbe und wenig Schwarz oder mit wenig Buntfarbe und viel Schwarz. Welchen Weg die Separation nimmt, entscheidet über Farbauftrag, Stabilität und Druckverhalten.

Die beiden Wege heißen Buntaufbau und Unbuntaufbau. Dahinter stehen die Verfahren UCR und GCR.

Das Problem: zu viel Farbe

Ein dunkler Bildbereich kann in CMYK schnell aus 90 % Cyan, 85 % Magenta, 80 % Gelb und 70 % Schwarz bestehen – zusammen 325 % Farbauftrag. So viel Farbe trocknet schlecht, bereitet Probleme beim Ablegen und Weiterverarbeiten und kostet unnötig Geld.

Der Trick: Wo sich Cyan, Magenta und Gelb überlagern, entsteht ohnehin ein grauer Anteil. Den kann man auch gleich mit Schwarz drucken – die Farbwirkung bleibt, der Farbauftrag sinkt deutlich.

Was ist der Grauanteil?

Der Grauanteil ist das, was alle drei Buntfarben gemeinsam beitragen – also die kleinste der drei Prozentangaben. Bei C = 80 %, M = 60 %, Y = 50 % sind das 50 %: So viel Cyan, Magenta und Gelb liegen gemeinsam übereinander und ergeben dort Grau.

So funktioniert der Ersatz durch Schwarz

Grauanteil = min(C, M, Y)
Abzug = GCR-Grad × Grauanteil

Cneu = C − Abzug
Mneu = M − Abzug
Yneu = Y − Abzug
Kneu = K + Abzug
Rechenbeispiel · voller Ersatz des Grauanteils
Ausgangswerte: C = 80 % · M = 60 % · Y = 50 % · K = 0 %
Gesamtfarbauftrag vorher: 80 + 60 + 50 + 0 = 190 %

Grauanteil: min(80; 60; 50) = 50 %
Neue Werte: C 30 % · M 10 % · Y 0 % · K 50 %
Gesamtfarbauftrag nachher: 30 + 10 + 0 + 50 = 90 %

Einsparung 100 Prozentpunkte. Drei Farben werden je um den Abzug kleiner, nur eine größer – gespart wird also zweimal der Abzug.
Die beiden Aufbauarten im Vergleich
Verfahren
Buntaufbau
UCR
Unbuntaufbau
GCR
Grauanteil
Buntaufbau
bleibt weitgehend aus C, M und Y aufgebaut
Unbuntaufbau
wird durch Schwarz ersetzt
Schwarzauszug
Buntaufbau
nur ein Skelettschwarz in den Tiefen
Unbuntaufbau
kräftig, ähnelt einem Graustufenbild
Buntauszüge
Buntaufbau
dicht gezeichnet – tragen den Grauanteil mit
Unbuntaufbau
heller – vom Grauanteil entlastet
Farbauftrag
Buntaufbau
hoch
Unbuntaufbau
deutlich niedriger
Graustabilität
Buntaufbau
empfindlich – Grau kippt bei Schwankungen farbig weg
Unbuntaufbau
stabil – Grau hängt vor allem an einer Farbe

Der schnellste Erkennungstrick

Schau dir den Schwarzauszug an. Sieht er aus wie ein vollständiges Schwarzweißbild mit Zeichnung in allen Tonwerten, ist es ein Unbuntaufbau (GCR). Zeigt er nur die dunkelsten Stellen und ist sonst weitgehend leer, ist es ein Buntaufbau (UCR).

Zweiter Anhaltspunkt: Beim Buntaufbau sind die Buntauszüge deutlich dichter gezeichnet, weil sie den Grauanteil mittragen müssen.

Der verschmutzende Farbanteil

Beim Buntaufbau steckt in jeder Buntfarbe ein Anteil ihrer Gegenfarbe – der Anteil, der die Farbe nicht bunter, sondern nur dunkler und trüber macht. Genau dieser Anteil ist es, den GCR durch Schwarz ersetzt. Deshalb gilt: Ein Buntaufbau liegt vor, wenn sich der verschmutzende Farbanteil in der Gegenfarbe befindet.

Die drei Verfahren
GCR Grey Component Replacement
Ersetzt den Grauanteil über den gesamten Tonwertbereich, also auch in hellen und mittleren Tönen. Ergibt den Unbuntaufbau.
UCR Under Color Removal
Nimmt Buntfarbe nur in den neutralen Tiefen zurück und ersetzt sie dort durch Schwarz. Der übrige Aufbau bleibt bunt – das ergibt den Buntaufbau.
UCA Under Color Addition
Der Gegenspieler: Fügt in den Tiefen wieder Buntfarbe hinzu, damit sie nicht flau wirken.
Selbst ausprobieren

Der Schwarzaufbau im Direktvergleich

Wähle einen Schwarzaufbau – so wie in Photoshop unter Eigenes CMYK › Separationsart. Auswahl, Farbauszüge, Farbauftrag und Separationskurve stehen zusammen in einem Bild, damit du alles auf einen Blick vergleichen kannst.

Zusammendruck
Separationskurve
▬ C▬ M ▬ Y▭ K
Farbauszüge

Bei den Auszügen gilt: hell heißt wenig Farbe, dunkel heißt viel Farbe. Der Zusammendruck bleibt bei jeder Einstellung fast gleich – der Schwarzauszug und der Farbauftrag verändern sich dagegen deutlich.

In der Kurve steht waagerecht der Tonwert von Weiß bis Schwarz, senkrecht die Farbmenge – genau dieses Diagramm zeigt Photoshop unter Eigenes CMYK. Die Werte folgen dem standardisierten Buntgrau, deshalb liegt Cyan immer über Magenta und Gelb. Der gestrichelte Verlauf ist Schwarz.

Farbbalken für einen Grauton
Grauton 70 %

Worauf du achten solltest

• Bei Ohne GCR bleibt der Schwarzauszug fast leer – die Tiefen werden nur aus C, M und Y gebaut und wirken flach.
• Mit steigendem GCR-Grad wird der Schwarzauszug immer bildähnlicher und die drei Buntauszüge werden heller.
• Bei Maximum ist der Schwarzauszug fast das ganze Bild und von Magenta und Gelb bleibt kaum etwas übrig.
UCR verändert nur die dunklen Stellen – in den hellen und mittleren Tönen passiert nichts.
• Der Gesamtfarbauftrag sinkt mit jedem Schritt deutlich.

Wann welcher Aufbau?

Unbuntaufbau (GCR) ist heute der Regelfall: geringerer Farbverbrauch, bessere Trocknung, stabilere Graubalance, weniger Passerprobleme in neutralen Flächen.

Buntaufbau (UCR) hat Vorteile, wo dunkle Bereiche besonders tief und brillant wirken sollen – ein sehr hoher GCR-Grad kann Tiefen flau erscheinen lassen. Deshalb arbeitet man in der Praxis meist mit mittlerem GCR und kombiniert es bei Bedarf mit UCA.

Zur Einordnung: min(C, M, Y) ist eine bewusste Vereinfachung, um das Prinzip zu zeigen. Echte GCR-Algorithmen in ICC-Profilen berücksichtigen zusätzlich das Tonwertverhalten und die Farbverunreinigungen der Prozessfarben und ersetzen nicht über den ganzen Tonwertbereich gleich stark.

Aussagen bewerten

Sechs Aussagen, zufällig aus einem größeren Vorrat gezogen. Tippe bei jeder auf richtig oder falsch – die Auflösung erscheint sofort direkt darunter.

Richtig
0 / 6
Bestserie
0
📋 PSO-Kennwerte

Kennwert → Wert

Zu jeder Beschreibung gehört genau ein Kennwert. Wähle den richtigen aus.

🔀 Workflow-Sortierer

Early, Intermediate oder Late?

Lies das Praxisbeispiel und ordne es dem passenden Binding-Workflow zu.

🗃️ Profilklassen

Fünf Klassen, fünf Aufgaben

Jedes ICC-Profil gehört zu einer Profil- oder Geräteklasse. Sie legt fest, wie das Profil aufgebaut ist und wofür es eingesetzt werden darf. Im Profilkopf steht dafür ein Vier-Zeichen-Kürzel, das in Prüfungen gern abgefragt wird.

Input device profile
scnr
Verknüpfung vom Eingabegeräte-Farbraum zum PCS – Scanner, Kamera
Display device profile
mntr
Umrechnung zwischen PCS und Monitor-Farbraum
Output device profile
prtr
Transformation vom PCS in den Ausgabegeräte-Farbraum – Drucker, Druckmaschine
DeviceLink profile
link
Direkte Verknüpfung zweier Geräte-Farbräume – ohne Umweg über den PCS
NamedColor profile
nmcl
Auflistung benannter Farben in LAB und im Gerätefarbraum – Sonderfarbfächer
Zwei Wege, CMYK nach CMYK zu wandeln

Der Ausgangspunkt

Ein Kunde liefert Druckdaten, die bereits in CMYK für PSO Coated v3 aufbereitet wurden. Gedruckt wird aber nach einem abweichenden CMYK-Hausstandard. Die Daten müssen also von CMYK nach CMYK umgerechnet werden – dafür gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Wege.

Weg 1 · DeviceLink-Profil

Die CMYK-Werte werden direkt in andere CMYK-Werte umgerechnet, in einem einzigen Schritt und ohne Zwischenstation im PCS.

Der entscheidende Vorteil: Eine ungewollte Neuseparation der bereits vom Kunden aufbereiteten Daten wird vermieden. Reiner schwarzer Text bleibt reines Schwarz, Primär- und Sekundärfarben bleiben erhalten, und die gesamte Separation überlebt die Konvertierung weitgehend unverändert.

Weg 2 · Konvertierung über Ausgabeprofile

Die Quell-CMYK-Werte werden zunächst über den PCS in gleich aussehende Ziel-CMYK-Werte umgerechnet. Farblich stimmt das Ergebnis – aber sämtliche Separationsinformationen gehen verloren.

Praktische Folge: Aus 100 % Schwarz kann eine Mischung aus allen vier Farben werden. Schwarzer Fließtext wird dann vierfarbig aufgebaut und zeigt bei kleinsten Passerdifferenzen sofort Blitzer.

Wofür DeviceLink noch eingesetzt wird

• Separationserhaltende Konvertierung von CMYK nach CMYK
• Prozesskonvertierung zwischen unterschiedlichen Standards, etwa FOGRA39 nach FOGRA51/52
• Begrenzung des Gesamtfarbauftrags bei sonst identischem Standard
• Maschinenanpassungen zwischen ähnlichen Maschinen
• Optimierte Separation von RGB-Daten nach CMYK
• Konvertierung nach CMYK+N beziehungsweise Multicolor
• Beliebig komplexe Konvertierungen, die sich mit Standardprofilen nicht abbilden lassen

Unterschiede der Druckbedingungen

PSO Coated v3 und ein CMYK-Hausstandard beschreiben zwei verschiedene Druckbedingungen. Unterscheiden können sie sich unter anderem durch:

Merkmal
Merkmal
Druckverfahren
Druckmaschinentyp
Verwendetes Papier
Tonwertzunahmekurven
Volltonfärbung
Veredelungen
Farbreihenfolge
Rastersystem
Eingehaltene Normserie (ISO 12647)
Tonwertsumme / max. Gesamtfarbauftrag

Profilklassen-Check

Zwölf Fragen zu Profilklassen, Kürzeln, DeviceLink und Druckbedingungen.

⚡ Fachbegriffe-Blitz

60 Sekunden, so viele wie möglich

Es erscheint eine Definition – tippe den passenden Fachbegriff. Serie bringt Bonuspunkte, ein Fehler setzt sie zurück.