Interaktive Übungen zur Nutzen- und Bogenberechnung für Mediengestalter und Medientechnologen Druck. Wähle ein Modul.
Wie viele gleiche Nutzen passen auf einen Bogen? Beide Ausrichtungen berechnen und das Maximum bestimmen.
Durch gedrehte Nutzen im Reststreifen mehr Nutzen aus dem Bogen herausholen – mit visueller Darstellung.
Alle vier Schreibweisen der Laufrichtung erkennen, umwandeln und zuordnen.
Faltblätter: ungefalztes Gesamtformat aus Seitenformat + Falzart berechnen, dann Nutzen ermitteln.
Seiten pro Druckbogen bei Heften und Broschüren – inklusive Beschnittzugabe und Schön-/Widerdruck.
Welches Mindestformat braucht der Druckbogen? Greiferrand, Druckkontrollleiste und Beschnitt einplanen.
Als Nutzen bezeichnet man in der Drucktechnik die Anzahl der gleichen Druckprodukte, die auf einem Druckbogen nebeneinander und untereinander Platz finden. Je mehr Nutzen auf einem Bogen passen, desto wirtschaftlicher ist der Druck.
Rechteckige Nutzen können in zwei Ausrichtungen auf dem Bogen angeordnet werden. Bei der stehenden Anordnung liegt die längere Nutzenseite in Umfangsrichtung (senkrecht). Bei der liegenden Anordnung liegt die längere Nutzenseite in Achsenrichtung (waagerecht). Da es keine eindeutige Regel gibt, welche Stellung mehr Nutzen ergibt, werden beide Varianten berechnet und das größere Ergebnis gewählt.
Die Bogenseiten werden jeweils durch die Nutzenseiten dividiert. Das Ergebnis wird immer abgerundet (Ganzzahldivision), egal wie groß der Nachkommaanteil ist.
Gib Bogen- und Nutzenformat ein – der Rechner zeigt sofort beide Varianten und das Optimum.
Nach der regulären Nutzenanordnung bleiben oft Reststreifen übrig – schmale oder breite Randbereiche des Bogens, in die keine vollständigen Nutzen mehr passen. Wenn die Laufrichtung keine Rolle spielt, kann man den Reststreifen ausnutzen, indem man dort Nutzen in gedrehter Orientierung platziert.
Ein Reststreifen ist nutzbar, wenn seine Breite mindestens so groß ist wie die kürzeste Seite des Nutzens. Sonst passt kein einziger Nutzen hinein. Im Reststreifen wird dann erneut eine vollständige Nutzenberechnung (beide Orientierungen) durchgeführt.
Die zusätzlichen Nutzen aus dem Reststreifen haben eine andere Laufrichtung als die Hauptnutzen. Das ist nur akzeptabel, wenn die Laufrichtung für das Produkt keine Rolle spielt (z.B. Werbezettel).
Der Rechner zeigt automatisch, ob und wie viele Nutzen aus dem Reststreifen gewonnen werden können.
Bei der Papierherstellung richten sich die Fasern aus – parallel zur Förderrichtung der Papiermaschine. Diese Richtung heißt Laufrichtung (LF) oder Maschinenrichtung. Quer dazu liegt die Dehnrichtung, in der das Papier bei Feuchtigkeit stärker quillt. Für Druckprodukte ist die LF wichtig: Falze, Rillungen und Bindungen sollen möglichst in Laufrichtung liegen.
LF parallel zur langen Seite (86 cm)
LF entlang 86 cm → Dehnrichtung entlang 61 cm → in DIN EN 644 zuerst: D=610, dann L=860
LF parallel zur kurzen Seite (61 cm)
LF entlang 61 cm → Dehnrichtung entlang 86 cm → in DIN EN 644 zuerst: D=860, dann L=610
Wenn LF vorgegeben ist, muss die LF von Bogen und Nutzen übereinstimmen. Dann ist nur eine Orientierung möglich – die andere scheidet aus. Die Dehnrichtungen von Bogen und Nutzen werden untereinander geschrieben.
Bei Faltblättern (z.B. Flyer, Broschüren als Faltblatt) ist für die Nutzenberechnung nicht das Seitenformat, sondern das ungefalzte Gesamtformat (Planoformat) entscheidend. Aus dem Seitenformat und der Falzart wird das Planoformat berechnet.
Gib Seitenformat und Falzart ein – der Rechner berechnet das Planoformat und die Nutzenanzahl auf dem Druckbogen.
Bei Büchern, Heften und Broschüren zählt nicht die Anzahl der Nutzen, sondern die Anzahl der Seiten. Da der Druckbogen beidseitig bedruckt wird (Schön- und Widerdruck), ergibt sich:
Bei Druckprodukten die beschnitten werden, erhält jede Seite eine Beschnittzugabe (typisch 3 mm allseitig). Das Nutzenformat (unbeschnittene Größe) ist dann:
Die Anzahl der Seiten je Bogen muss durch bestimmte Zahlen teilbar sein (abhängig von der Falzart). Bei Kreuzbruch nur Potenzen von 2 (4, 8, 16, 32, …). Für Klebebindung fast beliebig, aber die nebeneinander stehenden Seiten immer durch 2 teilbar.
Berechne die Seitenzahl pro Druckbogen, optional mit Beschnittzugabe.
Im Bogendruck entstehen durch den Greiferrand (10–15 mm) an der Vorderkante des Bogens unbedruckbare Streifen. Die Druckkontrollleiste (DKL) (ca. 10 mm) an der Hinterkante des Bogens ist für Farbmessfelder. Beide liegen an der kurzen Bogenseite (die entlang der Zylinderachse geführt wird).
Passkreuze dienen zur Kontrolle der Druckgenauigkeit (Passer) zwischen den Druckfarben. Sie werden links und rechts am Bogen angebracht und benötigen jeweils ca. 5 mm Platz. Da sie seitlich am Bogen liegen, werden sie an der langen Bogenseite berücksichtigt:
Anstatt von „Spalten × Zeilen" wird die Nutzenanordnung als stehend oder liegend beschrieben – in Kombination mit der Anzahl der Nutzen nebeneinander und untereinander. Bei der Mindestbogenberechnung ist entscheidend, welche Nutzenseite in welche Bogenrichtung zeigt:
Die Kurzseite des Bogens (mit GR + DKL) ergibt sich bei stehender Anordnung aus der langen Nutzenseite × Anzahl nebeneinander, bei liegender Anordnung aus der kurzen Nutzenseite × Anzahl nebeneinander. Passkreuze kommen zur Langseite hinzu.
Berechne, wie groß der Druckbogen mindestens sein muss – oder wie viele Nutzen auf einem gegebenen Bogen nach Abzug von Greiferrand und DKL Platz finden.