GefahrstoffLab

Gefahrstoffe in der Druckerei · Staatliche Berufsschule 1 Kempten
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Gefahrstoffe

GHS-Kennzeichnung, H- und P-Sätze, das Sicherheitsdatenblatt und das STOP-Prinzip sicher im Kopf – mit Beispielen direkt aus dem Drucksaal.

Verstehen
⚠️
Modul 01
Grundlagen

Was ist ein Gefahrstoff, wie gelangt er in den Körper, welche akuten und langfristigen Gefahren gibt es?

Theorie
🧴
Modul 02
Gefahrstoffe im Betrieb

Der Hautschutzplan nach TRGS 401 und typische Gefahrstoffe im Druckereialltag – von Waschmitteln bis UV-Farben.

Theorie
🏷️
Modul 03
GHS-Piktogramme

Alle neun Gefahrenpiktogramme im Detail. Tippe eines an und sieh Bedeutung und Beispiel aus der Druckerei.

Interaktiv
🧾
Modul 04
Kennzeichnung lesen

Kennzeichnungselemente, H-, P- und EUH-Sätze und ein Muster-Etikett zum genauen Hinsehen.

Theorie
📄
Modul 05
Sicherheitsdatenblatt

Die wichtigste Informationsquelle zu einem Gefahrstoff – alle 16 genormten Abschnitte im Überblick.

Theorie
📋
Modul 06
Betriebsanweisung

Vom Etikett zur Betriebsanweisung – Aufbau, Rechtsgrundlage und ein vollständiges Muster aus dem Drucksaal.

Theorie
Spielen und üben
🃏
Modul 07
Piktogramm-Memory

Gefahrenpiktogramm und Bedeutung paaren. Wer wenige Züge braucht, kennt alle neun sicher.

Spiel · 3 Stufen
Modul 08
Gefahrstoff-Blitz

Ein Piktogramm erscheint, du tippst die passende Bedeutung – gegen die Uhr, mit Serienbonus.

Spiel · 60 Sekunden
🧭
Modul 09
STOP-Sortierer

Ordne Schutzmaßnahmen der richtigen Stufe zu: Substitution, Technisch, Organisatorisch oder Persönlich.

Spiel · Zuordnen
🧠
Modul 10
Wissens-Quiz

Zwölf zufällige Fragen rund um Gefahrstoffe im Druckereialltag – von Kennzeichnung bis Erste Hilfe.

Quiz · Zufallsfragen
⚠️ Grundlagen

Was ist ein Gefahrstoff?

Stoffe oder Gemische sind Gefahrstoffe, wenn sie giftig, reizend, ätzend, brennbar, brandfördernd, explosionsfähig, umweltgefährlich sind oder die Gesundheit auf andere Weise gefährden können – etwa krebserzeugend wirken oder das Erbgut verändern. Erkennbar ist ein Gefahrstoff zuverlässig immer dann, wenn er auf dem Etikett oder im Sicherheitsdatenblatt entsprechend gekennzeichnet ist – nicht am Geruch oder Aussehen. Näheres dazu in den folgenden Modulen.

Auch scheinbar harmlose Stoffe können gefährlich werden

In Betrieben wird auch mit Stoffen gearbeitet, die selbst nicht kennzeichnungspflichtig sind. Es wäre aber falsch zu glauben, dass von solchen Arbeitsstoffen niemals Gefahren ausgehen: Durch Bearbeitung können auch daraus Gefahrstoffe oder Stäube entstehen oder freigesetzt werden – zum Beispiel Aerosole von Kühlschmierstoffen an schnelllaufenden Werkzeugen oder Feinstaub beim Schleifen und Schneiden.

Wie gelangen Gefahrstoffe in den Körper?
Aufnahmeweg
Erklärung
Einatmen
Inhalation
Gase, Dämpfe, Nebel, Rauch, Stäube gelangen über die Atemwege bis in die Lungenbläschen (Alveolen) – lässt sich am schwersten vermeiden.
Verschlucken
orale Aufnahme
Passiert vor allem, wenn Lebensmittel im Arbeitsraum aufbewahrt oder Gefahrstoffe in Getränkeflaschen umgefüllt werden. Auch ungewaschene Hände spielen eine Rolle.
Haut
dermale Aufnahme
Reizende Stoffe schädigen die Haut unmittelbar, ätzende Stoffe zerstören Gewebe. Manche Stoffe – viele Lösemittel gehören dazu – dringen unbemerkt über die unverletzte Haut ein (Hautresorption).

In welcher Form liegen Gefahrstoffe vor?

Feststoffe (Pulver, Staub), reine Flüssigkeiten und Gemische sowie Gase können gefährliche Eigenschaften haben. Aus Sicht des Arbeitsschutzes geht von luftgetragenen Formen eine besondere Gefahr aus, weil sie oft unerwünscht am Arbeitsplatz entstehen: Dampf wird bei Raumtemperatur von Flüssigkeiten freigesetzt. Ein Aerosol ist die Mischung aus Gas und feinen Schwebeteilchen – sind diese flüssig, spricht man von Nebel, sind sie fest, von Rauch oder Staub. Nebel entsteht z. B. beim Sprühen, Stäube unter anderem beim Schleifen, Sägen oder Zerkleinern.

Akute Gefahren

Vergiftung

Größere Mengen eines Stoffes im Körper können akute Beschwerden wie Übelkeit, Schwindel oder Bewusstlosigkeit auslösen. Grundsatz: „Die Dosis macht das Gift.“

Verätzung

Ätzende Stoffe zerstören bei Kontakt lebendiges Gewebe – Säuren lassen Eiweiß gerinnen, Laugen weichen Gewebe auf und dringen dadurch besonders tief ein.

Brand

Eine brennbare Substanz verbindet sich nach Entzündung mit Sauerstoff. Je niedriger der Flammpunkt einer Flüssigkeit, desto leichter entzündbar ist sie.

Explosion

Läuft die Verbrennung schlagartig ab, weil ein fein verteilter Stoff bereits explosionsfähig mit Luft vermischt ist, spricht man von Explosion (in offenen Gefäßen eher Verpuffung).

Flammpunkt

Die niedrigste Temperatur einer Flüssigkeit, bei der so viel Dampf entsteht, dass sich das Dampf-Luft-Gemisch durch eine Zündquelle entzünden lässt.
Beispiel Aceton: Flammpunkt −17 °C – schon bei Zimmertemperatur bilden sich zündfähige Dämpfe.
Flammpunkte im Vergleich – Stoffe aus dem Druck

Je nach Druckverfahren kommen ganz unterschiedliche Stoffe zum Einsatz – und damit auch ganz unterschiedliche Brandgefahren. Sortiert vom niedrigsten (gefährlichsten) zum höchsten (ungefährlichsten) Flammpunkt:

Verfahren
Stoff
Flammpunkt
Einordnung
Rakeltiefdruck
Ethylacetat
−4 °C
Klassisches Lösemittel in Tiefdruckfarben für den Verpackungsdruck – bildet schon weit unter Raumtemperatur zündfähige Dämpfe.
Flexodruck
Ethanol
12 °C
Alkoholbasis vieler Flexodruckfarben, u. a. im Lebensmittelverpackungsdruck.
Offsetdruck
Isopropanol (Feuchtmittelzusatz)
12 °C
Setzt die Oberflächenspannung des Feuchtmittels herab; die Konzentration wird deshalb meist unter 10 % gehalten.
Digitaldruck
Eco-Solvent-Tinte / Reiniger
> 55 °C
Branchenvorgabe: Tinten und Reinigungsmittel im Digitaldruck müssen einen Flammpunkt über 55 °C haben.
UV-Druck
UV-Druckfarbe (Acrylat-Monomere)
kein Flammpunkt
Enthält keine Lösemittel und härtet durch UV-Licht statt zu verdunsten – gilt nicht als entzündbare Flüssigkeit.

Nicht sofort sichtbare Gefahren

Zwischen der Aufnahme eines Stoffes und einer sichtbaren Wirkung können Jahre vergehen. Chronische Vergiftung entsteht durch die wiederholte Aufnahme geringer Mengen über lange Zeit – solange die Menge unterhalb des Arbeitsplatzgrenzwertes (AGW) bleibt, ist üblicherweise keine Gesundheitsgefährdung zu erwarten. Hauterkrankungen entstehen oft schleichend: Häufiger Kontakt mit Wasser oder Chemikalien schädigt die schützende Hornschicht, die Haut wird rissig und durchlässig für Fremdstoffe. Besonders ernst zu nehmen sind KMR-Stoffe: krebserzeugende, mutagene (erbgutverändernde) und reproduktionstoxische (fortpflanzungsgefährdende) Stoffe, für die sich meist keine unbedenkliche Schwellenmenge angeben lässt.

🧴 Gefahrstoffe im Betrieb
Hautschutzplan

Warum ein Hautschutzplan?

Hautkrankheiten zählen zu den häufigsten Berufskrankheiten überhaupt. Nach der TRGS 401 muss der Arbeitgeber für Tätigkeiten mit Hautgefährdung – etwa durch Reinigungs- und Lösemittel oder häufigen Feuchtarbeits-Kontakt – einen Hautschutzplan erstellen und dort aushängen, wo er gebraucht wird, meist am Waschplatz. Er legt fest, welches Mittel zu welchem Zeitpunkt zu verwenden ist, und ist in drei Stufen aufgebaut:

Stufe
Zeitpunkt
Zweck
Hautschutz
Vor der Arbeit
Schützende Hautschutzcreme auf die saubere, trockene Haut auftragen – passend zur Tätigkeit (z. B. wasserabweisend bei lösemittelhaltigen Stoffen, fettarm bei wässrigen Stoffen). Erschwert das Eindringen von Gefahrstoffen und erleichtert die spätere Reinigung.
Hautreinigung
Nach der Arbeit / bei Verschmutzung
Nur so stark reinigen wie nötig, mit einem der Verschmutzung angemessenen, milden Reinigungsmittel. Scheuernde oder lösemittelhaltige Reiniger und zu heißes Wasser schädigen die Haut zusätzlich und gehören nicht auf die Haut.
Hautpflege
Nach der Reinigung / am Schichtende
Rückfettende Pflegecreme unterstützt die Regeneration der Hautbarriere über Nacht bzw. bis zur nächsten Schicht. Besonders wichtig nach Kontakt mit Wasser oder Reinigungsmitteln.

Handschuhe haben Vorrang

Wo immer es die Tätigkeit zulässt, sollten Schutzhandschuhe getragen werden – sie verhindern den Hautkontakt von vornherein, während eine Hautschutzcreme das Eindringen von Gefahrstoffen nur erschwert. Nach TRGS 401 sind Schutzhandschuhe deshalb immer vorzuziehen; Hautschutzmittel dürfen nur dann anstelle von Handschuhen verwendet werden, wenn deren Tragen nicht möglich ist – etwa wegen Verletzungsgefahr an rotierenden Maschinenteilen – oder bei nur kurzem Kontakt mit gering gefährlichen Stoffen.

Gefahrstoffe im Druckereialltag

Wo begegnen sie dir konkret?

Gummituch- und Walzenwaschmittel – meist Lösemittel auf Basis aliphatischer Kohlenwasserstoffe, entzündbar, gesundheitsschädlich bei Verschlucken (Aspirationsgefahr) und bei wiederholtem Hautkontakt.

Feuchtmittelzusatz Isopropanol (IPA) – verdunstet leicht, gelangt in Atemluft und Umwelt, kann Reizungen, Kopfschmerzen und Benommenheit verursachen.

UV-Druckfarben und -Lacke – Bindemittel können Hautreizungen und Allergien auslösen; die UV-Trocknung erzeugt zusätzlich Ozon, das Augen und Atemwege reizt.

Kühlschmierstoffe in der Technik – können als Aerosol eingeatmet werden und die Haut schädigen.

Reiniger und Ätzmittel in der Druckformherstellung – teils ätzend oder oxidierend.

🏷️ GHS-Piktogramme

Die neun GHS-Piktogramme

Seit der CLP-Verordnung (Classification, Labelling and Packaging) gilt EU-weit das GHS – das weltweit harmonisierte System der Vereinten Nationen zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien. Tippe ein Piktogramm an, um Bedeutung und ein Beispiel aus der Druckerei zu sehen.

Stand der Regelung

Seit 2023 wurden mit der Delegierten Verordnung (EU) 2023/707 neue Gefahrenklassen eingeführt (z. B. endokrinschädigende sowie PBT-/vPvB- und PMT-/vPvM-Eigenschaften). Sie werden schrittweise bis 2028 verpflichtend – die neun GHS-Piktogramme selbst bleiben dabei unverändert, es kommt kein zehntes Symbol hinzu.

🧾 Kennzeichnung lesen
Kennzeichnungselemente

Was gehört auf ein Gefahrstoff-Etikett?

Die CLP-Verordnung (Classification, Labelling and Packaging) schreibt genau vor, welche Angaben ein Etikett enthalten muss. Alle acht Elemente zusammen ergeben die vollständige Kennzeichnung eines Gefahrstoffs:

1
Produktidentifikator
Handelsname und die chemische Bezeichnung des gefährlichsten enthaltenen Stoffs.
2
Gefahrenpiktogramme
Die zutreffenden der neun GHS-Symbole, rot umrandet auf weißem Grund.
3
Signalwort
Gefahr bei schwerwiegenden Gefahren, Achtung bei weniger schwerwiegenden. Treffen beide zu, erscheint nur „Gefahr“ – es verdrängt „Achtung“.
4
Gefahrenhinweise (H-Sätze)
Beschreiben Art und Schwere der Gefahr, z. B. H225 „leicht entzündbar“.
5
Sicherheitshinweise (P-Sätze)
Die wichtigsten Verhaltensregeln – in der Regel maximal sechs, damit das Etikett lesbar bleibt.
6
Ergänzende Angaben (EUH-Sätze)
Zusätzliche, nicht im weltweiten GHS enthaltene EU-Hinweise, z. B. EUH066 „Wiederholter Kontakt kann zu spröder oder rissiger Haut führen“.
7
Angaben zum Lieferanten
Name, Anschrift und Telefonnummer des Herstellers, Importeurs oder Lieferanten.
8
Nennmenge
Füllmenge der Verpackung, sofern sie nicht bereits an anderer Stelle angegeben ist.
H-, P- und EUH-Sätze
Kürzel
Bedeutung
H-Sätze
„Hazard Statement“ = Gefahrenhinweis. Standardisierter Text, der beschreibt, wie und unter welchen Bedingungen ein Stoff gefährlich ist. Aufbau: „H“ + dreistellige Zahl, z. B. H225 „Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar“.
P-Sätze
„Precautionary Statement“ = Sicherheitshinweis. Gibt an, wie man sich beim Umgang mit dem Stoff verhalten soll. Aufbau: „P“ + dreistellige Zahl, z. B. P210 „Von Hitze, heißen Oberflächen, Funken, offenen Flammen fernhalten. Nicht rauchen.“
EUH-Sätze
Ergänzende, rein europäische Gefahrenmerkmale außerhalb des weltweiten GHS-Systems, z. B. EUH066 „Wiederholter Kontakt kann zu spröder oder rissiger Haut führen.“
Muster-Etikett
Reiniger XY
Waschbenzin-Gemisch
Gefahr
Gefahrenhinweise (H-Sätze)
  • H225 Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar
  • H319 Verursacht schwere Augenreizung
  • H336 Kann Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen
Sicherheitshinweise (P-Sätze)
  • P210 Von Hitze, heißen Oberflächen, Funken, offenen Flammen fernhalten. Nicht rauchen.
  • P280 Schutzhandschuhe/Augenschutz tragen.
  • P403+233 An einem gut belüfteten Ort aufbewahren. Behälter dicht verschlossen halten.
Ergänzende Angaben (EUH-Sätze)
  • EUH066 Wiederholter Kontakt kann zu spröder oder rissiger Haut führen
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📄 Sicherheitsdatenblatt

Wichtigste Informationsquelle

Lieferanten müssen Kunden spätestens bei der ersten Lieferung eines Gefahrstoffs ein Sicherheitsdatenblatt (SDB) in deutscher Sprache übermitteln – kostenlos, nach REACH-Verordnung Art. 31. Ändert sich die Einstufung, muss der Lieferant ein aktualisiertes SDB nachliefern. Es ist immer in 16 genormten Abschnitten aufgebaut:

1
Bezeichnung des Stoffs/Gemischs und des Unternehmens
Produktname, Hersteller/Lieferant, Notrufnummer.
2
Mögliche Gefahren
Einstufung, GHS-Piktogramme, Signalwort, H-Sätze.
3
Zusammensetzung/Angaben zu Bestandteilen
Gefährliche Inhaltsstoffe mit CAS- und EG-Nummer.
4
Erste-Hilfe-Maßnahmen
Verhalten nach Kontakt, Symptome, ärztliche Soforthilfe.
5
Maßnahmen zur Brandbekämpfung
Geeignete/ungeeignete Löschmittel, besondere Gefahren im Brandfall.
6
Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung
Verhalten bei Verschütten oder Auslaufen.
7
Handhabung und Lagerung
Sicherer Umgang, Lagerbedingungen, Unverträglichkeiten mit anderen Stoffen.
8
Begrenzung/Überwachung der Exposition, PSA
Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW), erforderliche persönliche Schutzausrüstung.
9
Physikalische und chemische Eigenschaften
Z. B. Flammpunkt, Siedepunkt, Dichte, Explosionsgrenzen.
10
Stabilität und Reaktivität
Gefährliche Reaktionen und zu vermeidende Bedingungen.
11
Toxikologische Angaben
Wirkungen auf die Gesundheit.
12
Umweltbezogene Angaben
Verhalten und Wirkung in der Umwelt, z. B. Wassergefährdung.
13
Hinweise zur Entsorgung
Entsorgungswege, Abfallschlüssel.
14
Angaben zum Transport
Transportvorschriften, Gefahrgutklasse.
15
Rechtsvorschriften
Für den Stoff geltende Gesetze und Verordnungen.
16
Sonstige Angaben
Z. B. Erstellungs-/Änderungsdatum, verwendete Quellen.
📋 Betriebsanweisung

Die Informationskette im Betrieb

Etikett und Sicherheitsdatenblatt sind nur der Anfang. Der Arbeitgeber trägt alle im Betrieb verwendeten Gefahrstoffe in ein Gefahrstoffverzeichnis ein (mindestens Bezeichnung, Einstufung, Mengenbereiche und Arbeitsbereiche) und führt dazu eine Gefährdungsbeurteilung durch. Daraus entsteht für jeden betroffenen Arbeitsplatz eine Betriebsanweisung – und darauf aufbauend die jährliche Unterweisung der Beschäftigten (bei Jugendlichen halbjährlich).

Arbeitsplatzbezogen und verständlich

Aus Sicherheitsdatenblatt und Gefährdungsbeurteilung erstellt der Arbeitgeber nach § 14 GefStoffV für jeden Arbeitsbereich eine schriftliche Betriebsanweisung. Sie muss in einer für die Beschäftigten verständlichen Form und Sprache abgefasst sein und am Arbeitsplatz bekannt gemacht werden – üblich ist ein Aushang in Maschinennähe. Sie ist die Grundlage für die jährliche Unterweisung und gliedert sich immer gleich:

Arbeitsbereich / Tätigkeit
Drucksaal Offset – Reinigung an Druckmaschinen
Gefahrstoffbezeichnung
Reinigungsmittel im Drucksaal (Kohlenwasserstoffgemisch)

Gefahren für Mensch und Umwelt

  • Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar, bildet mit Luft explosionsfähige Gemische.
  • Kann beim Verschlucken und Eindringen in die Atemwege lebensgefährlich sein (Aspirationsgefahr).
  • Reizt die Augen; wiederholter Hautkontakt kann zu spröder, rissiger Haut führen.

Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln

  • Behälter geschlossen halten, nur so viel öffnen wie gerade benötigt wird.
  • Von Zündquellen fernhalten – Rauchen und offenes Feuer verboten, für gute Lüftung sorgen.
  • Chemikalienschutzhandschuhe und bei Spritzgefahr Schutzbrille tragen, Hautschutzplan beachten.
  • Nur die für die Schicht benötigte Menge im Drucksaal bereithalten, nie in Getränkeflaschen umfüllen.

Verhalten im Gefahrfall

  • Bei Brand mit Schaum, Kohlendioxid, Sprühwasser oder Wassernebel löschen – keinen vollen Wasserstrahl auf die brennende Flüssigkeit richten.
  • Ausgelaufenes Mittel mit Bindemittel aufnehmen, niemals in die Kanalisation gelangen lassen.
  • Vorgesetzten informieren.

Erste Hilfe

  • Hautkontakt: verunreinigte Kleidung sofort ausziehen, Haut mit Wasser und Seife reinigen.
  • Augenkontakt: sofort mehrere Minuten bei geöffnetem Lidspalt mit Wasser spülen, Augenarzt aufsuchen.
  • Verschlucken: keinesfalls Erbrechen auslösen (Aspirationsgefahr!) – sofort Rettungsdienst rufen.
  • Ersthelfer/Vorgesetzten informieren, Vorfall im Verbandbuch dokumentieren.

Sachgerechte Entsorgung

  • Reste nicht in Hausmüll oder Kanalisation geben, in geschlossenen, gekennzeichneten Behältern sammeln.
  • Getränkte Putztücher in geschlossenen, nicht brennbaren Behältern sammeln (Selbstentzündungsgefahr).
  • Über den betrieblichen Entsorgungsweg fachgerecht entsorgen lassen.
🃏 Piktogramm-Memory

Piktogramm und Bedeutung paaren

Decke zwei Karten auf. Passen Piktogramm und Bedeutung zusammen, bleiben sie offen. Je weniger Züge du brauchst, desto sicherer sitzen die neun Gefahrensymbole.

⚡ Gefahrstoff-Blitz

60 Sekunden, so viele wie möglich

Es erscheint ein Gefahrenpiktogramm – tippe die passende Kurzbedeutung. Jede richtige Antwort bringt Punkte, eine Serie bringt mehr. Bei einem Fehler fällt die Serie auf null.

🧭 STOP-Sortierer

Welche Stufe ist gemeint?

Das STOP-Prinzip (TRGS 500, Rangfolge der Schutzmaßnahmen) gibt vor: Substitution vor Technischen vor Organisatorischen vor Persönlichen Schutzmaßnahmen. Ordne jede Maßnahme der richtigen Stufe zu.

🧠 Wissens-Quiz

Zwölf zufällige Fragen

Aus einem Pool von über 20 Fragen zu Gefahrstoffen im Druckereialltag werden bei jedem Durchlauf zwölf zufällig ausgewählt.