Interaktive Lernmodule für Ausschießen, Falzmuster und Druckbogenplanung.
Die fünf Kontrollregeln: Format, Bund, Kopf, offene Blätter, Bogeneinlauf.
Seiten 3+4 oder 5+6? Alle Ausschießschemata mit Bogenskizze.
Wendearten unterscheiden und sehen, wie sich die Anlagen verhalten.
Sammeln oder Zusammentragen – welche Seiten stehen auf welchem Bogen?
Viererzahlenreihe, Bund-Summenregel, äußere und innere Form.
Endlos neue Aufgaben, bei jedem Start neu gewürfelt. Mit Sofortkorrektur.
Das Falzmuster ist das wichtigste Hilfsmittel beim Ausschießen. Ein korrekt gefaltetes Musterbogen zeigt sofort, welche Seiten wo liegen und wie das Ausschießschema aussehen muss. Fünf Kontrollpunkte helfen dabei, das Falzmuster auf Korrektheit zu überprüfen.
Hochformat: Der Bund liegt an der langen Seite des Produktes (Breite < Höhe).
Querformat: Der Bund liegt an der kurzen Seite des Produktes (Breite > Höhe).
Bei Falzungen im Kreuzbruch ist der Bund immer vollständig geschlossen, da hier der letzte Falz erfolgt. Ein offener Bund deutet auf einen Fehler im Falzmuster hin.
Bei Kreuzbruch-Falzungen sind die Seiten am Kopf bis zur Mitte des Bogens immer geschlossen, da hier der vorletzte Falz erfolgt.
Bei im Kreuzbruch gefalzten Bogen sind die ersten beiden Blätter am Fuß immer geöffnet.
Alle im Kreuzbruch gefalzten Bogen laufen immer mit der kurzen Bogenseite zuerst in die Falzmaschine.
⚠️ Ausnahme: 8 Seiten Querformat – hier läuft der Bogen mit der breiten Seite zuerst in die Falzmaschine!
Zur Erzielung einer registerhaltigen Falzung muss die Druckanlage mit der Falzanlage übereinstimmen. Die Falzanlage befindet sich an den Seiten 3+4 (Standardfall) oder 5+6 (Ausnahmen – mehr in Modul 2).
Die Falzanlage ist die Seite des Druckbogens, an der er in der Falzmaschine angelegt wird. Damit Druck- und Falzanlage übereinstimmen (Registergenauigkeit), müssen die Anlageseiten des Druckbogens und der Falzmaschine identisch sein. Die Falzanlage befindet sich standardmäßig auf den Seiten 3 und 4 des Falzbogens.
Bei zwei Kombinationen aus Seitenzahl und Format befindet sich die Falzanlage auf den Seiten 5 und 6 statt auf 3 und 4:
Wähle Seitenzahl und Format – der Rechner zeigt sofort, auf welchen Seiten die Falzanlage liegt.
Ein Druckbogen wird zuerst auf der Vorderseite bedruckt (Schöndruck) und anschließend auf der Rückseite (Widerdruck). Dazwischen muss der Bogen gewendet werden. Entscheidend ist dabei, um welche Achse gewendet wird – denn davon hängt ab, welche Bogenkanten danach an den Anlagen der Maschine liegen.
Die Wendeachse liegt senkrecht zur langen Bogenseite. Der Bogen wird über die kurze Seite gedreht – wie beim Umblättern eines Buches.
Vorderanlage: bleibt
Seitenanlage: wechselt
Beschnitt: 2 Seiten
Die Wendeachse liegt parallel zur langen Bogenseite. Der Bogen wird über die lange Seite gewendet – wie beim Umklappen eines Kalenderblattes.
Vorderanlage: wechselt
Seitenanlage: bleibt
Beschnitt: 3 Seiten
Beim Wenden ändert sich immer genau eine der beiden Anlagen – nie beide und nie keine. Welche es ist, verrät die Wendeachse: Liegt sie senkrecht zur langen Seite, wechselt die Seitenanlage; liegt sie parallel dazu, wechselt die Vorderanlage.
Druckbogen, die in der Maschine in einem Durchgang beidseitig bedruckt werden, können nur umgestülpt werden – eine Wendung innerhalb der Maschine ist anders nicht möglich.
Beim Druck in einer Form trägt dieselbe Druckform Schön- und Widerdruck. Der Bogen wird nach dem Druck am Trennschnitt geteilt – es entstehen zwei gleiche Nutzen. Vorteil: halbe Plattenanzahl.
Beim Druck in zwei Formen gibt es eine äußere Form (Schöndruck, enthält Seite 1) und eine innere Form (Widerdruck, enthält Seite 2).
Wähle eine Wendeart und wende den Bogen. Die Marken der Maschine stehen fest – beobachte, welche Bogenecke danach an den Anlagen liegt. Die Ecken A B C D sind auf dem Bogen markiert und wandern mit.
Hier siehst du Schöndruck und Widerdruck direkt nebeneinander. Wähle die Wendeart und die Seite, an der beim Schöndruck die Seitenmarke steht – der Explorer zeigt, welche Bogenkante danach an welcher Anlage liegt.
Ein mehrseitiges Produkt besteht aus mehreren Falzbogen. Wie diese zusammengefügt werden, entscheidet darüber, welche Seiten auf welchem Druckbogen stehen – und damit über die ganze Bogenaufstellung. Es gibt genau zwei Verfahren.
Die Falzbogen werden aufeinandergelegt – Bogen 2 kommt auf Bogen 1, Bogen 3 auf Bogen 2. Jeder Bogen enthält dadurch fortlaufende Seiten. Verwendet bei Klebebindung und Fadenheftung.
Die Falzbogen werden ineinandergesteckt – Bogen 2 liegt im Bogen 1, Bogen 3 im Bogen 2. Jeder Bogen enthält dadurch Seiten vom Anfang und vom Ende des Produkts. Verwendet bei Rückstichheftung und Drahtheftung.
Sammeln = wie eine Zeitung. Alle Bogen stecken ineinander.
Zusammentragen = wie ein Stapel Papier. Alle Bogen liegen aufeinander.
Gib Gesamtseitenzahl, Seiten pro Bogen und Bindungsart ein – der Rechner erstellt die vollständige Druckbogenaufstellung.
Ausschießen ist das gezielte Anordnen der einzelnen Seiten eines mehrseitigen Druckproduktes auf der Druckform, sodass nach dem Drucken, Falzen und Binden die Seiten in der richtigen Reihenfolge erscheinen. Dabei müssen Falzart, Bindeverfahren und Druckbogenformat berücksichtigt werden.
Eine der wichtigsten Ausschießregeln: Die Seitenzahlen gegenüberliegender Seiten über den Bund addiert ergeben immer genau eine Seite mehr als die Gesamtseitenzahl des Falzbogens:
Bei allen gebundenen Druckprodukten gilt: Ungerade Seitenzahlen stehen rechts vom Bund, gerade Zahlen links vom Bund. Seite 1 steht immer auf der rechten Seite.
Die Viererzahlenreihe ist das wichtigste Hilfsmittel, um zu bestimmen, welche Seiten auf der äußeren und welche auf der inneren Druckform liegen. Die Seiten werden in Vierer-Gruppen aufgeteilt:
Wähle die Seitenzahl und sieh sofort, welche Seiten auf der äußeren (grün) und inneren (lila) Form liegen.